Hauptsache Frei #4 – Festivalblog

„Eine Hochgeschwindigkeitsfahrt durch die Freie Szene Hamburgs“. Das vierte Hauptsache Frei eröffnet mit Solidarisierungsbekundungen, kulturpolitischen Forderungen und einer Menge Tatendrang.

Autorin: Neele Jacobi // Foto: Sven Heine

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Auf K3 und in der KMH, wo an diesem Dienstagabend der Startschuss für das 4. Hauptsache Frei Festival gegeben werden wird, herrschst wuseliges Treiben. Wiedersehens- und Vorfreude flirren durch den türkis dekorierten Raum. Dass das Festival „von der Szene für die Szene“ sein soll, wie die neue organisatorische Leiterin Susanne Schuster später betonen wird, spürt man hier bereits. Man kennt sich, man plaudert, man ist gemeinsam gespannt, was die kommenden fünf Tage bringen werden. Der von Schuster so betitelte Hochgeschwindigkeitszug namens „Hauptsache Frei“, der die kommenden Tage durch die Theater-, Performance- und Musiklandschaft der freien Hamburger Szene düsen wird, nimmt langsam Fahrt auf.

Den offiziellen Teil dieses Eröffnungsabends beginnen Suanne Schuster und ihr Kollege, der künstlerische Leiter Julian Kamphausen. Die beiden werden das Hauptsache Frei für die nächsten drei Jahre prägen. Schuster und Kamphausen bedanken sich zunächst bei den Festivalgründerinnen Sarah Theilacker und Anne Schneider für die tolle Vorarbeit, „ohne die wir das Festival heute hier nicht eröffnen könnten“. Danach geht’s zack auf zack – auch an diesem Eröffnungsabend herrscht Hochgeschwindigkeit. Kultursenator Bethge bedankt sich im Namen der Stadt Hamburg für die „verkörperte Voraussicht“ der hiesigen Freien Szene und die „Grundlagenforschung, die das Festival auch für Fragestellungen und Themen innerhalb der Szene leiste“. Bethge greift auch den Festivalschwerpunkt, die Digitalisierung, auf. Mit dem neu konzipierten Digital Track werde das Hauptsache Frei zu einer digitalen Spielwiese – austoben ausdrücklich erwünscht! Janina Benduski, Vorsitzende des Bundesverbandes Freie Darstellende Künste und mitten im Zentrum der Szene, schließt sich an – lediglich ihr Ton ist kämpferischer. Die kulturpolitischen Forderungen, die sie „heute eigentlich nicht stellen sollte“, klingen in ihren Worten doch klar durch. Benduskis Thema ist die Solidarität. Das Festival mit seinen vielen Spielstätten sei Zeugnis der großen Verbundenheit unter den zahlreichen Akteuren der Hamburger Freien Szene. Anschließend betreten mit Kampnagel Intendantin Amélie Deuflhard und Kerstin Evert, Leiterin von K3 und Tanzplan, zwei die Bühne, die „es gewohnt sind eigentlich eher am Anfang zu sprechen, nun aber auch gerne als vorletzte das Wort ergreifen“. Auch Evert und Deuflhard loben die Freie Szene, ihr Potenzial, Menschen anders einzubeziehen. Und auch sie geben sich kämpferisch: die Kluft zwischen Staatstheatern und den Freien werde immer größer – hier müsse man ansetzen, so Deuflhard mit Verweis auf das „Konzeptionspapier zum Auf- und Ausbau der Förderstrukturen der Freien Szene darstellender Künste in der Freien und Hansestadt Hamburg“! Ihre Kernforderung lautet: Die Freie Szene müsse als Drittes Standbein der Hamburger Kulturszene anerkannt und gefördert werden. Das Hauptsache Frei mit seinem „gestaucht vielseitigen Programm“, wie es Senator Bethge mit einem Augenzwinkern ausdrückt, wird die nächsten Tage die Vielfalt dieses Dritten Standbeines auf die Bühne bringen! Um Digitalisierung wird es gehen, aber auch um Identität, Selbstinszenierung, Vererbung und vieles mehr.

Bevor die vorfreudige Anfangsplauderei bei Sekt und Häppchen fortgesetzt werden kann, runden Anja Kerschkewicz und Joans Leifert vom Dachverband freie darstellende Künste Hamburg e.V. Die beiden begrüßen uns im Jetzt, während im Hintergrund John Lennon  singt: „we can work it out“.

Dieser Eröffnungsabend versprüht neben Solidarität und  vor allem eines: Tatendrang. In diesem Sinne: Volle Fahrt voraus und eine gute Reise!

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